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Standesregeln

Deontologie (n. f.) : Gesamtheit der Regeln und Pflichten, denen sich ein Berufsstand unterwirft, das Verhalten derer, die ihm angehören, ihre Beziehungen untereinander sowie die zu ihren Kunden und gegenüber der Öffentlichkeit (Übersetzung der Definition in Larousse.fr).

 

Die Deontologie garantiert Ihnen qualitativ hochwertiger Dienstleistungen und ist die Grundlage für ein vertrauensvolles Verhältnis zu Ihrem Rechtsanwalt.

 

Sie unterscheidet Ihren Rechtsanwalt von einem schlichten „Rechtsverwalter“.

 

Sein Handeln wird von drei Grundprinzipien bestimmt
 

a) Unabhängigkeit

Ihr Rechtsanwalt ist unabhängig von dem Richter, von dem Rechtssuchenden, von jeglicher vorgefassten Meinung. Aus diesem Grund kann er keine Mandate annehmen, bei denen er einander entgegengesetzte Interessen vertritt. Darüber hinaus erlaubt ihm seine Unabhängigkeit, sich frei vor Gericht zu äußern, und sie gibt ihm das Recht, in keiner Angelegenheit zu beraten oder als Verteidiger aufzutreten, die er nicht nach bestem Wissen und Gewissen für gerecht hält.
 

b) Berufliche Integrität und Würde

Ihr Rechtsanwalt muss sich jeglichen Verhaltens enthalten, sei es beruflich oder privat, das die Ehre seines Berufsstandes beschädigen könnte.
 

c) Berufsgeheimnis

Ihr Rechtsanwalt darf vertrauliche Dinge, die Sie ihm berichten, nicht weitergeben. Ebenso ist auch der Schriftverkehr, den Sie mit Ihrem Rechtsanwalt führen, sowie der zwischen Rechtsanwälten vertraulich. Bis auf einige bestimmte Ausnahmen darf er nicht vor Gericht verwendet werden.

Verstöße gegen das Berufsgeheimnis werden strafrechtlich verfolgt. Somit erlaubt dessen Einhaltung Ihrem Rechtsanwalt, ungezwungen mit seinen Berufskollegen und mit Ihnen zu korrespondieren. Er kann folglich unter Wahrung der Vertraulichkeit Verhandlungen führen, was oft den Schlüssel zum Erfolg derartiger Verhandlungen darstellt.

 

DISZIPLIN

Der Vorsitzende der Anwaltskammer von Lüttich wacht über die Einhaltung der deontologischen Regeln, denen Ihr Rechtsanwalt unterworfen ist.

Das Gesetz hat für jedes Ressort des Berufungsgerichts einen Disziplinarrat eingerichtet, den der Vorsitzende der Anwaltskammer bei einer Beschwerde des Rechtssuchenden oder eines Rechtsanwaltes einschalten kann. Der Beschwerdeführer kann dann unter bestimmten Bedingungen angehört werden.

Die von dem Disziplinarrat ausgesprochenen Sanktionen reichen von einer Verwarnung bis zu einem zeitlich befristeten (Suspendierung) oder dauerhaften (Löschung) Verbot, den Beruf des Rechtsanwaltes auszuüben. Der Beschwerdeführer hat darüber hinaus die Möglichkeit, seinen Rechtsanwalt zivilrechtlich zur Verantwortung zu ziehen.

 

Die deontologischen Regeln, denen sich Ihr Rechtsanwalt unterwirft, finden Sie auf der folgenden Webseite:

http://www.barreaudeliege.be/DE/Deontologie.aspx.